Dies Leben der Erde


Das Bildnis des Kosmos, dem Innern gleich,
im Innern, Gäa, liegt Dein Schattenreich.

Du griffest nach aussen, oh Frau, wie Du ziehst,
raubtest mir den Schlaf, als Du mich riefst.

Für diesen Raub nun soll ich Dir danken?
Ich will es tun, doch: Erkenne die Schranken!

Um Leben zu geben, muß ich Leben erst seh'n.
Um Leben zu leben, muß ich Leben versteh´n.

In Liebe verbunden, ist Angst überwunden.
Mit Verständnis erkannt, ist die Not übermannt.

Drum zeig mir Dein Leben, dafür geb´ ich Dir meins.
Im Traum und im Tode sind wir dann wieder eins.

So treten zwei Reiche in Verbindung.
Herrlich der Lohn der Überwindung.

Wo Brücken sich bilden, wo Mauern fallen,
dort läßt sich leben, in Frieden mit allen.

Wo Brücken verbinden, wo Grenzen besteh´n,
dort ist wohl oft die Freundschaft zu sehen.

Und liegen zwei Länder nebeneinand´,
sie oft schon die Liebe im Leben verband.

In Grenzen gebunden, sind Grenzen erkannt -
und über die Grenze reiche ich meine Hand.

Sind Hände ergriffen, sind Wünsche erkannt:
So löst sich zum Leben das ewige Band.




Klaus Gölker   ©2000   | Home |