Tegernsee – Wallberg

Das Tal empfängt mich
mit der Anwandlung des Laubes,
das seine Farbe sanft schon wechselt.

Nicht so sehr seines Sees Ufer
sind heut mein Ziel wie sonst,
vielmehr der Gipfel,
der sich in seiner Fläche
blaugrün spiegelt.

Empor trägt mich
an stählernem Seil die Gondel
und spart mir die Mühe,
gewährt mir doch bereits den Blick.

Am Berg die Station empfängt mich
mit neuer Aussicht.

Nicht so viele Schritte noch
mit ihrer Suche nach sicherem Tritt,
dann liegt das Tal vor mir
da unten, voll angefüllt
mit dem See,
der seine Ufer
in Wiesen und Wälder breitet,
gesäumt auch vom Mosaik
der Dächer und Dörfer.
Weit streckt er sich aus,
bis dort, wo die Berge
im Hügelland ausrollen.

Und über mir
nichts anderes
als Himmel.

Dann folgt nur noch langsam der Abstieg,
vom Gipfel zum Berg
und vom Berg Serpentinen
bis hinab ins Tal.
Almen und Enzian,
Bergwald und Silberdisteln
säumen den Weg,
der stundenlang seine Stille atmet,
bis unten im Tal
mich der Werktag empfängt.

Der Tegernsee vom Wallberg aus


Klaus Gölker   ©2007   | Home |